Die Frauen von Ballycastle

5 DAYS - 5 FACTS
Viele Leute denken immer noch an ein Kriegsgebiet, wenn sie Belfast hören. Ardoyne, Shankill, die Falls: Das sind Namen von Stadtvierteln, die unweigerlich kleine Totenköpfe vor dem inneren Auge erscheinen lassen. Man denkt an zerbombte Gebäude, Straßensperren, bürgerkriegsähnliche Zustände, an paramilitärische Vereinigungen wie die IRA oder - auf der anderen Seite - die UVF, und an eine britische Regierung, die mit der Situation völlig überfordert scheint. Die sogenannten Troubles beherrschten die nordirische Politik für lange Zeit. Und selbst jetzt noch, nach dem Karfreitagsabkommen von 1998, spricht die Welt von einem brüchigen Frieden.
Doch das wilde und tapfere Nordirland verändert sich. Es war mir wichtig, diesen Wandel in meinem Roman rüberzubringen und zu zeigen, dass das kleine Ulster auch sehr schöne Seiten hat.

Damit ich während des Schreibprozesses brandaktuell informiert war, habe ich mich auf Recherchereise begeben. Unglaublich, dass das schon drei Jahre her ist. Aber ich erinnere mich an eine wirklich coole Zeit in Belfast und Umgebung :-)
Ich habe die Belfaster als sehr aufgeschlossene und erfrischend selbstironische Leute kennengelernt. Und Nordirland als ein Land der Gegensätze inmitten von traumhaft schöner Natur.

Es ist ein gigantischer Unterschied, ob man Urlaub macht oder eine Gegend besucht, weil man seine Geschichte dort spielen lassen will. Spannend ist vor allem, die Wege seiner Protagonisten abzulaufen. Man schaut sich die Dinge anders an, prägt sich Kleinigkeiten ein und hält an bestimmten Orten inne, um sie wirken zu lassen. Man bekommt ein ganz anderes Gefühl für Stadt, Land und Leute. Und das wirkt sich auch auf den Roman aus.

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